Veranstalter:
Logo Landkreis Dahme-Spreewald
Logo Stadt Luckau

gefördert vom:
Logo Kulturland Brandenburg

 

 

Kultur im Gepäck

27. Mai bis 16. September 2018

Johann Gottlieb Koppe


JOHANN GOTTLIEB KOPPE UND DAS DREIGESTIRN DER LANDWIRTSCHAFTSREFORMER IM 18. und 19. JAHRHUNDERT

Ausstellungsprojekt im  innerstädtischen Leerstand

Daniel Albrecht Thaers, (1752 in Celle-1828 in Möglin/Oderbruch)

Daniel Albrecht Thaers, (1752 in Celle-1828 in Möglin/Oderbruch)

Albrecht Daniel Thaer, Begründer der modernen Agrarwissenschaft. Der 1752 in Celle geborene und seit 1804 in Möglin tätige Thaer konzentrierte sich bei seinen intensiven landwirtschaftlichen und nationalökonomischen Studien besonders auf die Studien des englischen Wirtschaftsbetriebs. Das Ergebnis dieser Studien waren die drei Bände der „Einleitung zur Kenntniß der englischen Landwirthschaft und ihrer neueren praktischen und theoretischen Fortschritte in Rücksicht auf Vervollkommnung deutscher Landwirthschaft für denkende Landwirthe und Cameralisten“, die er 1798-1804 herausgab.

 

 

 

Johann Gottlieb Koppe (1782 in Beesdau-1863 daselbst)

Johann Gottlieb Koppe (1782 in Beesdau-1863 daselbst)

Im 18. Jahrhundert war es vor allem der 1782 im südwestlich von Luckau gelegenen Beesdau (heute Ortsteil von Heideblick) geborene Johann Gottlieb Koppe, der sich als Agronom, mehr noch als Reformer über die Grenzen Brandenburgs einen Namen machte.  In den 1830er Jahren stellte er die bis dahin gültige Dreifelderwirtschaft auf Schlag- und Fruchtwechsel um. Seit 1811 war er Lehrer in der agrarwissenschaftlichen Lehranstalt in Möglin (Oderbruch) bei Thaer.
Johann Gottlieb Koppes Publikation „Anleitung zur Kenntnis, Zucht und Pflege der Merinos, zur Wäsche und Schur der Schafe, zur Beurtheilung deren Wolle und zur Vorbeugung und Heilung deren Krankheiten. ist 1827 erschienen und ins Polnische und Russische übersetzt worden. Dies veranlasste die Moskauer landwirtschaftliche Gesellschaft, ihn als Ehrenmitglied aufzunehmen.

 

 

Frau von Friedland, eigentlich: Helene Charlotte von Lestwitz (1754 in Breslau-1803 in Kunersdorf)

Frau von Friedland, eigentlich: Helene Charlotte von Lestwitz (1754 in Breslau-1803 in Kunersdorf)

Die Landwirtschaftsreformerin Frau von Friedland schuf nach 1789 in Kunersdorf eine Musterwirtschaft mit neuen Ackerbaumethoden und ersetzte den Frondienst der Bauern, als Dienstleistungen für den Grundherren, durch eine geregelte Lohnarbeit. Die Tochter,  Henriette Charlotte von Itzenplitz, eine kluge, charaktervolle, aber auch stolze Frau, übernahm nach dem Tod der Mutter 1803 die Musterwirtschaft und führte das gastfreundliche Haus fort. Es wurde zum Anziehungspunkt von Künstlern, Wissenschaftlern und Literaten und ein bedeutendes geistig-kulturelles  Zentrum in der östlichen Mark, nach dem Vorbild der Berliner Salons um 1800. So wurde der 1782 auf Schloss Boncourt in der Champagne geborene Adelbert von Chamisso nach Kunersdorf berufen und legte dort ein umfangreiches Herbarium an. Zusätzlich schrieb er hier 1813 die bekannte Märchennovelle „Peter Schlemihls wundersame Geschichte“. Chamisso gilt als einer der frühen Europäer, der die Gegensätze von Frankreich und Deutschland zu vereinen suchte.

 

 

Die Ausstellung: Mai bis November 2018
Tafel-Präsentation mit historischem landwirtschaftlichen Geräten in einem leerstehenden Ladengeschäft mit mehreren Schaufenstern

Wettbewerb: „Besser wissen – Besser machen!“
mit Ausstellung von Luckauer Schülerinnen und Schülern zu Fragen der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Was würden die drei Spezialisten aus dem 18. und 19. Jahrhundert heute besser machen?

Themen:

  1. Agrarwirtschaft und Ernährung
  2. Ökonomie und/oder Ökologie
  3. Maß und/oder Überfluss
  4. Industrielle Tierhaltung: Fleischverzicht und/oder Tierwohl, Umwelt, Naturschutz und Tierschutz
  5. Bio oder Pflanzenschutz

Hintergrund:

Nach dem 30jährigen Krieg litten viele Staaten Mitteleuropas an ihrer geschrumpften Bevölkerung. Sie bemühten sich um Migranten und gaben Anreize für deren Ansiedlung. Für den Landausbau wurden Moor- und Sumpfgebiete für die Besiedlung freigegeben sowie die Gewinnung neuer Nutzflächen durch Melioration und Trockenlegung, Moorkultivierung und Eindeichung ermöglicht. Die bedeutendsten Ansiedlungen wurden von der brandenburgisch-preußischen Regierung im Havel-Oder-Prignitzgebiet durchgeführt. Daneben gab es aber auch private, von einzelnen Höfen ausgehende und manchmal landesherrlich begünstigte Rodungen und Trockenlegungen.  Wüst liegende Felder wurden unter den Pflug genommen, Torfstich und Holznutzung geregelt (Rudolf Vierhaus).

Im Zuge der Gegenreformation wurden v. a. Glaubensflüchtlinge aufgenommen, aber auch Facharbeiter, wie die holländischen Wasserbauer im Havelland. Von 1699 bis 1707 wurden in der Lausitz aus Böhmen vertriebene deutsche und tschechische Protestanten angesiedelt, während nach der Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 die Hugenotten ihres Glaubens wegen Frankreich verlassen mussten und, dank des Ediktes des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von 1685 in großer Zahl in die Mark Brandenburg strömten. 1725 soll ein Fünftel der Bevölkerung der Kurmark aus so genannten Umsiedlern bestanden haben. Insbesondere Berlin erlebte Ende des 17. Jahrhunderts durch den Zustrom von rund 6000 Hugenotten beträchtliche kulturelle Veränderungen.

gefördert vom:

Logo Landkreis Dahme-Spreewald