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Kultur im Gepäck

27. Mai bis 23. September 2018

Kinderkunstprojekt


Mein Bild, dein Bild – unser Bild!

Gemeinschaftsprojekt mit der Glaskünstlerin Beate Bolender aus Kasel-Golzig und Gerlinde Sander von der Rosa-Luxemburg-Grundschule in Luckau

Mit diesem Gemeinschaftsprojekt für afghanische, syrische und deutsche Teilnehmer soll dem kreativen Miteinander von Kindern aus  unterschiedlichen Kulturkreisen eine Plattform der Begegnung geschaffen werden. Mit der Vorstellung und Entwicklung verschiedener Ideen und der entsprechenden praktischen Umsetzung werden über den Zeitraum von drei Wochen verschiedene Vorhaben und Experimente mit dem Werkstoff Glas in Kombination mit anderen Materialien ausprobiert und unter künstlerischer Anleitung zielgerichtet zu Ergebnissen geführt.  Die Zusammenarbeit gründet auf der Akzeptanz der zunächst unbekannten Motive, die im Verlauf des pädagogisch begleiteten Verständigungsprozesses zum Austausch und einem Miteinander führen wird. Die praktische Arbeit wird in Dialogform von leicht verständlichen Erklärungen zur jeweiligen Alltagskultur, zu den  kulturhistorischen Wurzeln und der Gleichberechtigung gestalterischen Ausdrucks begleitet.

Am Ende ist Ausstellung in Luckaus Innenstadt, die mit einem kleinen Schulfest eröffnet wird, und nach deren Ende sich die jungen Künstler mit ihren Objekten  gegenseitig beschenken.

Warum gerade Glas?

Wie kaum ein anderes Material ist Glas als einer der ältesten Werkstoffe des Menschen eng mit der Entwicklung unserer Kultur verbunden. Im so genannten Kernbereich Mesopotamiens, das zum größten Teil dem Gebiet des heutigen Irak und dem Nordosten des heutigen Syrien entspricht, wurden bei Ausgrabungen 3500 Jahre alte, von Menschenhand gefertigte  Glasperlen gefunden. Andere Funde belegen, dass Glas hauptsächlich als „Glasur“ zum Überziehen von Tongefäßen eingesetzt wurde. Syrischen Handwerkern wird die Entdeckung und Nutzung des Glasblasens mittels eines Rohres zugeschrieben, während die Römer im 1. Jh. v. Ch. als erste mit der Glaspfeife in einer Form geblasen haben.

  • Projektzeitraum: 23. März bis 13. April 2018
  • Projektort: Glaskunstwerkstatt Bolender in Kasel-Golzig, bei Luckau
  • Projektleitung: Beate Bolender, Glaskünstlerin
  • Projektmanagement: Herbert Schirmer, Kunst und Kulturmanager
  • Projektgruppe: 8 – 10 Kinder, 4. – 6. Klasse

 

Projektteil 1

Bis Ende März haben Zehn Schüler der Rosa-Luxemburg-Grundschule in Luckau in einer ersten Gemeinschaftsaktion Porträts in Ton von sich gefertigt. Unter der künstlerischen Anleitung der Glasgestalterin Beate Bolender aus Kasel-Golzig im Landkreis Dahme-Spreewald haben die Schüler zunächst zeichnerische Skizzen zu Papier gebracht, um anschließend plastische Entwürfe mit dem weichen Material Ton zu formen. Davon werden später Abgüsse in Gips genommen, die als Hohlform für den farbigen Glasguss dienen.

Projektteil 2

In zeitlich aufeinander folgenden Etappen haben die Teilnehmer ihr Porträt und eine Situation aus der Stadt Luckau bzw. aus ihrem Alltagsleben dargestellt. In einer ersten Aktion wurden die eigenen Porträts gezeichnet, dann mit viel Spaß und weichem Lehm zu einem Relief modelliert, das mit Gips übergossen wurde. Als dieser fest war, wurde der Ton aus der Gipsform entfernt. Zurück blieb eine Hohlform. In deren Vertiefungen wurde später mit einem trockenen Pinsel feiner Glasfarbenstaub für die Markierung von Haaren, Nase, Mund und Augen verteilt. In einer nächsten Phase wurde mit einem Petroleum getränkten Glasschneider dickes Fensterglas geritzt und gebrochen. Anschließend wurden die einzelnen Stücke in Handtücher gewickelt und mit heftigen Hammerschlägen zerkleinert. Der so entstandene Glasbruch wurde nun randvoll in die Hohlform geschichtet. Nach mehreren Korrekturen konnten die mit Glasstücken gefüllten Gipsformen in den Brennofen gebracht werden. Der 24stündige Brennvorgang bis zu einer Temperatur von ca. 845 Grad und die notwendige Auskühlungsphase entwickelte sich zur Geduldsprobe für die kleinen Gestalter. Um so überraschter waren sie am nächsten Tag, als sie das Ergebnis stolz in den Händen hielten. In Windeseile wurden die Gipsreste von den gläsernen Porträts getrennt, bevor sich alle zum selbst zubereiteten Essen um das Feuer im Hof versammelten. Anstelle einer Nachspeise griff Schulleiterin Gerlinde Sander, die das Projekt gemeinsam mit Beate Bolender entwickelt und betreut hat, zur Gitarre und es wurde gemeinsam gesungen.

 

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