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Kultur im Gepäck

27. Mai bis 16. September 2018

SPEKTRALE 8 – Kunst- und Kulturprojekt

KULTUR IM GEPÄCK

Kontinentale Handelswege = europäische Kulturstraßen


WIR ERBEN

Europa in Brandenburg – Brandenburg in Europa


Das im Landkreis Dahme-Spreewald gelegene Luckau verfügt über eine hoch attraktive Altstadt, deren kulturhistorische Substanz unter der etwas abseitigen Lage gegenwärtig zu wenig Beachtung findet. Als eine im 17. und 18. Jahrhundert prosperierende Handelsstadt kann die im Schnittpunkt mehrerer Handelsstraßen gelegene einstige Hauptstadt der Niederlausitz auf eine jahrhundertealte Tradition verweisen und darauf – dass im Gefolge der Kaufleute und entlang der Handelsrouten unterschiedliche Kultureinflüsse die Stadt und die Region bereicherten. Allen voran tragen die Patrizierhäuser auf dem Marktplatz die Zeichen einer von Italien ausgehenden und im europäischen Raum weit verbreiteten Bauweise. Mit der italienischen Renaissance war bis ins 16. Jh. hinein zum ersten Mal ein Kulturmodell entstanden, das sich im damaligen europäischen Raum ausbreitete und wiederum andere kulturelle Transfers auslöste, die auf ihre Weise zur Entwicklung eines europäischen Bewusstseins beitrugen. Nicht nur an den Fürstenhöfen in Europa, sondern auch in reichen Handelsstädten waren neben Handwerkern und Kaufleuten, auch Künstler und Gelehrte aus Italien tätig, die allesamt für den Luxus zuständig waren.

Die Zugehörigkeit der Niederlausitz zum Kurfürstentum Sachsen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eröffnete . . .

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den Luckauer Handelsbürgern stärkere Partizipation an den Warenströmen zwischen der damals wichtigsten deutschen Handelsstadt Leipzig und den Transporten auf der via Regia, die als Königstraße von Santiago di Compostella über Paris, Leipzig, Krakau nach Kiew und Moskau führte und für das Marktwesen und den Fernhandel zwischen Ost- und Westeuropa von eminenter Bedeutung war. Nord- und Südeuropa waren von Stettin über Berlin und Leipzig bis nach Rom durch die via Imperii verbunden. Beide Straßen, die Leipzig als eine Art Drehkreuz nutzten, hatten besondere Bedeutung für die europäische Entwicklung.

Das Projekt: Die Fokussierung auf das 17. und 18. Jahrhundert soll am Beispiel der Kleinstadt Luckau zeigen, dass in dieser Zeit wesentliche Grundlagen geschaffen wurden, die ein besseres Verstehen der kulturellen Genese des modernen Europa ermöglichen und damit beitragen zu jener Toleranz, die für ein friedliches Miteinander notwendig ist. Schließlich beruht das Leben auf dem europäischen Kontinent nicht erst seitdem auf Migration, die ein grundlegender Bestandteil bei der Konstituierung europäischer Gesellschaften immer war und ist. Verbunden mit der Vorstellung einer hintergründigen Auseinandersetzung mit dem Erbe, gilt es, in künstlerischen Aktionen diese Geschichten neu zu erzählen und für aktuelle Debatten fruchtbar zu machen.

Für die zehn zur spektrale 8-2018 eingeladenen Künstler gilt die Empfehlung, die historischen Leistungen als Impulse für die Gegenwart zu erkennen und die damalige Form des Kulturtransfers und der Mechanismen für die heutige Zeit zu reflektieren und fruchtbar zu gestalten. (Zeichen gegen Stagnation, Einfluss auf die Meinungsbildung). Als kritische Beobachter der Gesellschaft sollen Künstler aus dem Landkreis Dahme-Spreewald, aus Brandenburg/Berlin und europäischen Nachbarländern sowohl Vergangenheit als auch Gegenwart unter verschiedenen Perspektiven betrachten und bewerten und in ihren Kunstaktionen kulturelle, intellektuelle, politische und soziale Zusammenhänge reflektieren.


Die SPEKTRALE ist Teil des Netzwerks KUNSTRAUM SPREEWALD.

Schirmherrin Dr. Martina Münch

Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, des Landes Brandenburg


Kurator:

Herbert Schirmer , Kunst+Kommunikation

Telefon: +49 (0) 1 78 530 97 59
E-mail: herbert.schirmer@web.de