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Flüchtlinge - ein zeitloses Feindbild!?

Flüchtlinge - ein zeitloses Feindbild!?

17. Mai bis 17. September 2020

Kunstausstellung / Teilnehmer


Astrid Köppe

Astrid Köppe
Berlin

Website: www.astridkoeppe.blogspot.com

Astrid Köppe

Lebt und arbeitet seit 2001 in Berlin und Brandenburg

VITA
1974
geboren in Köthen / Anhalt
1992–99
Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
1998
Diplom
1999
Meisterschülerin an der Hochschule daselbst
2000
Preisträgerin im Wettbewerb „Kunst am Wasser“, Gifhorn, 1999
2007
Förderung durch Käthe-Dorsch-und Agnes-Straub-Stiftung
2010
Residenzstipendium, Lost Generation Space/Goethe-Institut, Kuala Lumpur, Malaysia
2011
Residency, Young-Eun Museum, Gwangju, Südkorea, Jahresstipendium Künstlerhaus Meinersen, Landkreis Gifthorn
2018
Stipendium Junge Akademie, Akademie der Künste, Berlin

Verwurzelt – entwurzelt

Ist das noch Naturmaterial oder schon ein Stück Architektur aus pflanzlichen Bestandteilen? Der große Wurf entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Flechtwerk aus vielen kleinen Stücken eines unterirdisch gewachsenen Materials, das aus gekrümmten Wurzelfragmenten, gesammelt in den Wäldern bei Golßen, schnörkellos zusammengefügt, nach scheinbar organischer Vollendung strebt. Was Astrid Köppe aus zersägten Stubben und fragmentierten Bauwurzeln zu einem verschlungenen Knäuel gebündelt hat, wirkt wie eine Umwandlung ehedem elementarer Wuchskräfte. Sie vereint im wechselhaften Kräftespiel tektonischer Verfestigung und organischer Verästelung den Gegensatz zwischen Wildwuchs und gestaltetem corpus.

Roland Boden

Roland Boden
Berlin

Webseite: www.rolandboden.de

Roland Boden

Lebt und arbeitet in Berlin

VITA
1962
in Dresden geboren, lebt und arbeitet in Berlin .
Schule, Abitur, Militär, Studium TU Dresden Bauingenieurwesen
1992/94
Arbeitsstipendium der Stiftung Kulturfonds Berlin
1994/95
Philipp-Morrisstipendium für Malerei
1998
Arbeitsstipendium Ohio Arts Council, Cleveland/USA
2000
Stipendium der Kulturstiftung Sachsen
2002
Stipendium IASKA Perth /Australien
2003
Jahresstipendium Deutsche Akademie Villa Massimo Rom (K)
2004
Arbeitsaufenthalt in Buenos Aires / Argentinien
2005
artist in residence APT Gallery London
2009
Stipendium der Stiftung Kunstfonds Bonn

 

Auslöschung

Kriegsbedingte Vertreibung hat Roland Bodens Familie nach 1945 am eigenen Leib erfahren. Darum hat er das Thema zum Anlass genommen, vage oder verschüttete Erinnerungen an zurückliegende Generationen, die er nur vom Hören-Sagen und aus alten Fotografien kennt, neu zu entdecken, eine Reise zu den früheren landschaftlichen und sozialen Wurzeln seiner Familie zu unternehmen. In Vorbereitung auf die spektrale 9 ist er für zwei Tage mit der Kamera durch Schlesien gereist, um jene Orte, in denen seine Vorfahren einst gelebt haben, nach erkennbaren Spuren dieser Herkunft abzusuchen und zu fotografieren.
Im Ergebnis dessen werden im LAGA-Park acht großformatige Fotografien zu sehen sein, die während der Reise in die Vergangenheit entstanden sind. Auf vier umläufigen Aufstellern werden sie in künstlerischer Form dokumentieren, welche Zeichen zwischen Vergänglichkeit und Bewahrung geblieben sind. hs

 

 

 

 


Marietta Thier

Marietta Thier
Lübben (Spreewald)

Webseite: www.mariettathier.de

Marietta Thier

Lebt und arbeitet in Lübben (Spreewald) und Berlin

VITA
1956
in Oelde, Nordrhein-Westfalen geboren, lebt seit 1999 in Lübben
1978-84
Studium der Malerei an der Universität der Künste Berlin; danach Meisterschülerin daselbst; Stipendium des Berliner Senats und der Karl-Hofer-Gesellschaft, Studienaufenthalte in London und Andalusien
seit 2005
Lehrauftrag an der Universität in Chemnitz; zurzeit ist Marietta Thier auch Kunst- und Theaterlehrerin an der Katholischen Schule Sankt Marien in Berlin-Neukölln

Sie wussten nicht, ob sie leben oder sterben

Im Osten kommt man zum russischen Menschen. Das ist alles so selbstverständlich. Ich kann mir aber nicht helfen, den Tschechen hier im Südosten Deutschlands finde ich keineswegs so selbstverständlich. Viel Gutes sagt man ihm nicht nach. — Feldpost Obergefreiter Thier 15484/1945

 

Wir haben unser Zuhause und damit die Vertrautheit des Alltags verloren. Wir haben unseren Beruf verloren und damit das Vertrauen eingebüßt, in dieser Welt irgendwie von Nutzen zu sein. — „Wir Flüchtlinge“ Hannah Arendt/1943


 

„Sie wußten nicht, ob sie leben oder sterben“ sucht in Malerei und einem Schwarzweiß-Film nach den transhistorischen Ursachen für Vertreibung. Vor dem Hintergrund von Hanna Arendts Essay „Wir Flüchtlinge“ von 1943 und den Feldpostbriefen des Obergefreiten Thier (Nr. 15484) werden in einer Mischung aus Text, Ton und Bildern zwei zeitversetzte und gegenläufige Erfahrungen der „Flucht“ gegenübergestellt. Auf der einen Seite stehen die Erfahrungen einer jungen Frau. Gemeinsam mit ihrer Familie ist sie vor dem seit 2011 in Syrien herrschenden Krieg nach Deutschland geflohen. Ihr gegenüber stehen Eindrücke aus der Feldpost eines Wehrmachtssoldaten. 1933 war er in die NSDAP eingetreten und wurde ab 1944 als Sanitäter an der Ostfront stationiert. Seine Briefe und Photographien sind die Dokumente eines durch eine Rassen-Ideologie vorgeschriebenen Blickes, der in der Entmenschlichung des Anderen Vertreibung rechtfertigt.
In der Assemblage aus Feldpost, philosophischem Text, gemalter Photographie und Filmaufnahmen entstehen ästhetische Schnittstellen zwischen den beiden Einzelschicksalen. So wird die Installation zu einer Plattform, die eine unmittelbare Beziehung zwischen der Verachtung der Nationalsozialisten für die im Osten Europas lebenden Menschen als „rassisch unerwünschte“ Bevölkerung und dem Schicksal derer, die durch den Krieg in Syrien ihre Heimat verloren haben, hergestellt. Es entsteht ein ästhetischer Raum, der die zeitlose Frage nach den Ursachen, Motiven und Konsequenzen von Vertreibung stellt: Warum raubt jemand anderen Heimat und Schutz?
„Sie wußten nicht, ob sie leben oder sterben“ versucht, die ideologischen Vorstellungen, mit denen der Einzelne seine Teilnahme an der gewaltsamen Vertreibung von Millionen von Menschen rechtfertigt, künstlerisch zu sezieren und zum Nachdenken anzuregen.

 

Nele Probst

Nele Probst
Berlin

Webseite: www.nele-probst.de

Nele Probst

Lebt und arbeitet in Berlin

VITA
1989-1993
Studium Visuelle Kommunikation, bei Prof. Günter Slabon, Prof. Wolf Magin, Prof. Roland Fürst, Prof. Eckhard Neumann
1993 -1995
Hamburg
1999 -2005
künstlerische Leitung der „offenen Ateliers“ im Prenzlauer Berg, Berlin
2000/01
Ausstellungsprojekt „167c (künstlerische Leitung), Berlin
2005 – 2010
Künstlerprojekt „Zur gleichen Zeit am gleichen Ort“
seit 2009
Mitglied VBK, Berlin
2011 – 2012
Gründung des Künstlerkonglomerats „Trockenübung“
2014
„Zwischennutzung Schönhauser-Allee“

Der Baum

Der Baum besteht aus den Bruchstücken eines normalen Lebens, wie es jeder Mensch auf der Welt führt. Wir erkennen Stuhlteile, ein zerbrochenes Fenster, Spielzeug, Fußbodenreste, Notschilder und Rohrstücke. Ein zerstörtes Zuhause.
Bestehend aus den Fragmenten eines ganz normalen, aber nun abgerissenen und zerstörten Lebens, kommt ein Mensch (jetzt ein Flüchtling), in ein ihm fremdes Land, um dort Schutz Aufnahme und Zukunft zu finden. Er kommt in der Hoffnung ein neues sicheres Leben führen zu können.
Wenn wir das zulassen können, Platz einräumen, Unterstützung gewähren, uns kümmern, kann so jemand „anwachsen“, neue Wurzeln bilden, sich in einem neuen Land verankern und hoffentlich weiterwachsen. Dann können sich diese Menschen in das neue Landschaftsbild, wenn auch vielleicht als fremdartig empfundene Pflanze, einfügen und die heimische Vegetation bereichern.
Diesen Baum stelle ich mir an dem Weg entlang der alten Stadtmauer vor, als Hinweis auf Zuwachs, Erweiterung und Ausdehnung. Schon immer haben sich neu zukommende Menschen an Stadtgrenzen angesiedelt, die sich dadurch „natürlich“ erweitert haben, gewachsen sind und nicht zuletzt zu Metropolen wurden. Nele Probst, März 2020


Birgit Knappe

Birgit Knappe
Berlin/Michendorf

Webseite: www.knappe-kunst.de

Birgit Knappe

Lebt und arbeitet in Berlin und Brandenburg/Michendorf

VITA
geboren in Bad Oldesloe, Schleswig-Holstein
1976-1982
Studium an der Universität der Künste Berlin. Meisterschülerin
1988-1992
Lehrauftrag für Bildhauerei und plastisches Gestalten an der UdK Berlin
1994-1997
Gastprofessur für Bildhauerei an der Humboldt-Universität Berlin
seit 1982
freie und Auftragsarbeiten für Innen- und Außenräume

Stipendien
2001 Stipendium Künstlerhaus Lukas (Stiftung Kulturfonds)
1997 Gastatelier in den Tel Aviv Artist’s Studios, Israel
1994 Atelierstipendium Ekely, Norwegen (Kultusministerium Schleswig-Holstein)
1993 Villa-Serpentara-Stipendium, Italien (Akademie der Künste Berlin), Stipendium Künstlerhaus Selk (Land Schleswig-Holstein)

Desire Lines…Wunschwege

Wunschwege sind Zeugen von Bewegungen im Stadt- oder Landschaftsraum. Sie zeigen den “natürlichen”, direktesten Weg zu einem gewünschten Ziel – von vielen Menschen als solcher erkannt, gewählt und ausgetreten – abseits von offiziell vorgesehenen Wegeführungen.

Alle Benutzer verfolgen auf diesen Wegen das gleiche Ziel. Wir finden sie überall: in Städten, Parks, freier Landschaft, als inoffizielle Verbindung zwischen Orten, über Grenzen hinweg. Es gab sie zu allen Zeiten. Mittlerweile gibt es historische und urbanistische Untersuchungen dazu, die zeigen, dass diese Pfade Stadt- und Landschaftsentwicklungen prägten und beeinflussten (siehe u.a. Andrew Furman, Rem Koolhaas).

Desire Lines sind darüber hinaus Ausdruck des freien Willens, der Möglichkeit, eine Wahl zu haben, Widerstand zu leisten gegen Gegebenes. Fluchtbewegungen und -wege können in diesem Sinne eigene Landkarten zeichnen, in speziellen Ausprägungen in verschiedenen Zeiten mit ihren eigenen Bedingungen, in allen Teilen der Welt. Der elementare Wunsch, ein sicheres, freies Leben zu führen lässt Menschen sich auf den Weg machen, “Desire Lines” erschaffen.
Nicht immer erfüllt letztlich das Ziel die Hoffnungen …

Roland Schefferski

Roland Schefferski
Berlin

Webseite: www.roland-schefferski.net

Roland Schefferski

Lebt und arbeitet in Berlin

VITA
1956
geboren in Katowice geboren, lebt und arbeitet in Berlin und Brandenburg
1971 – 1976
Besuch des künstlerischen Gymnasiums in Wrocław
1976 – 1981
Studium der freien Kunst an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Wroclaw
1984
Übersiedlung nach Berlin
1989
Gründung eines eigenen Kunstprojekts – das bis 1991 bestehende Kunstmagazin WEAST, dessen Mitherausgeber er war und das internationale Beachtung fand (u. a. in der Sammlung des Museum of Modern Art, New York).

Ich bin fremd

Die Rezipienten meiner Installation sollen nicht mit irgendwelchen Bildern von Flüchtlingen konfrontiert werden. Sie werden mit sich selbst konfrontiert, indem ihnen im wahrsten Sinne des Wortes der Spiegel vorgehalten wird. Beim Betrachten des eigenen Bildes in den für diese Installation eingesetzten Spiegeln, werden sie unerwartet auf subtile Weise in eine zwar leicht irritierende aber auch eine ungewöhnliche Lage versetzt. Zunächst werden sie sich selbst in einem der Spiegel erblicken. Bei der Wahrnehmung der eigenen Person werden sie einen kleinen, anfänglich unlesbaren Schriftzug entdecken. Sie werden erkennen, dass es sich um eine Spiegelschrift handelt und werden versuchen ihn zu lesen. Auf jedem Spiegel wird der Satz ich bin fremd eingraviert, als ob er die Spiegelung eines Schriftzuges auf der Kleidung des Betrachters wäre. Somit soll die Aussage durch die Selbstwahrnehmung des Betrachters verstärkt werden. Kulturell symbolisiert der Spiegel die Möglichkeit der Selbsterkenntnis. Es ist wichtig, dass wir uns selbst einen Spiegel vorhalten, damit wir unser Verhalten besser verstehen können. Vielmehr als Bewertung unseres Verhaltens gegenüber Fremden interessiert mich der Mechanismus dieses Verhaltens.

Roland Schefferski, März 2020

Micha Brendel

Micha Brendel
Hohendorf/Brandenburg

Webseite: www.micha-brendel.de

Micha Brendel

Lebt und arbeitet seit 2010 in Hohendorf /LDS

VITA
1959
geboren in Weida /Thüringen,
1980-82
Volontär und Szenenbildassistent im DDR-Fernsehen
1980–82
Abendstudium Malerei/Grafik, Kunsthochschule Berlin Weißensee
1982–87
Studium Bühnenbild, Hochschule für Bildende Künste Dresden
1984 – 87
Herausgeber der unabhängigen originalgrafischen Künstlerzeitschrift „U.S.W.“
1982 – 92
Gründung und Auftritte der „Auto-Perforations-Artisten“ mit Else Gabriel, Via Lewandowsky und Rainer Görß

seit 1987 freiberuflicher bildender Künstler in Berlin
1991 Arbeitsstipendium Kunstfonds
1993 Projektstipendium Stiftung Kulturfonds
1994 Arbeitsstipendium des Berliner Senats
1997 Katalogförderung des Berliner Senats
2013 Preisträger „aquamediale 9“
2018 Teilnahme am Landschafts-Pleinair in Lübbenau/Spreewald

  Gras über die Sache wachsen lassen

Auf einer Flucht wird alles auf das Überlebensnotwendige reduziert; manchem bleibt nicht die geringste Habseligkeit, außer seiner Kleidung. Schuhe stehen als Symbol für Flüchten, Verlassen, Weggehen, Unterwegssein. Die unkomfortable und existentiellste Form des Fliehens –geschieht zu Fuß. Manchmal tausende Kilometer, in allen Jahrhunderten. Schuhe in allen Größen und Geschlechtern wiederspiegeln, dass es jeden treffen kann: Männer, Frauen, Kinder, alle sozialen Schichten. In den schönen und gepflegten Parkanlagen der Kleinstadt Luckau, des Bürgers Spazieridylle, erscheint mitten unter den frisch gepflanzten Frühlingsblühern ein Mal. Eine Fläche aus verendeten, verkümmerten Pflanzen, denen es an Lebensnotwendigem mangelt.
Daraus ragen aufrecht „gepflanzte“ Schuhe, die die angestammten Pflanzen verdrängen oder ebenfalls um gefällige Betrachtung und Respekt bitten. Das strenge, gleichmäßige Raster der Schuh- Monolithen ruft eine seltsame Verbindung von gartenarchitektonischer Ordnung und den endlosen Reihungen der Soldatengräber hervor.
Ein Park im Park. Micha Brendel, Textauszug, März 2020

Rainer Görß & Ania Rudolph

Rainer Görß &
Ania Rudolph
Berlin und Brandenburg

Rainer Görß & Ania Rudolph

Leben und arbeiten in Berlin und Brandenburg

VITA (RAINER GÖRSS)
1960
geboren in Neustrelitz, in Berlin getauft, aufgezogen, alphabetisiert, belehrt und eingezogen
1967 / 84
Bitterfelder Weg / Tramp / VEB Arbeiter /Koch / Bühnentechniker am Deutschen Theater in Berlin / Obermatrose Volksmarine (NVA)
1984 / 89
Bühnenbildstudium / Malereistudium Kunsthochschule Dresden bei Günter Hornig und Johannes Heisig
1989
Mitglied Verband Bildender Künstler DDR/ Dt.. Künstlerbund
1992
Freie Akademie der Künste Leipzig
1990
NRW große Kunstausstellung Förderpreis
1991
Stipendium Akademie Solitude Stuttgart /
1992
Stipendium Middle American Art Alliance USA
1994 / 95
Künstler Projektförderungen Z1
1995
Stipendium des Kunstfond Bonn
1996 / 97
Projektförderung Deutsche Klassenlotterie
1998
Arbeitsstipendium Kultursenat Berlin
2006
Projektförderung Hauptstadtkulturfond APA – 1985-90 Autoperforationsartistik, Studien zu Zeichen, Schriftbildern

VITA (ANIA RUDOLPH)
1964
in Berlin geboren und aufgewachsen
1985 / 87
Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee; Studium an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein in Halle (Saale)
1991
Abschluss als Industrie-Designerin, daselbst Mitarbeit in unterschiedlichen Projekten, u. a. Directors Lounge, Galerie A & O, Design-Haus e. V. Design-Hof e. V., Untergrundmuseum U 144, es entstanden Bücher, Kataloge, Broschüren, Internet-Seiten, Graphic- Design-Arbeiten
seit 2007
freie künstlerische Arbeiten

Weltenbaum

In Zusammenarbeit mit Schülern des Bohnstedt-Gymnasiums Luckau
Dem Projekt vorausgegangen ist eine intensive Arbeit mit interessierten Gymnasiasten und Kunstlehrerinnen. In seminaristischer Form wurde die Migrationsbewegungen als wiederkehrende zeitlose Erscheinung in unterschiedlichen Formen bis hin zu eingewanderten Pflanzen thematisiert. In der Kerninstallation Weltenbaum sind ausrangierte Schuhleisten als Symbole für erzwungene Wanderungen in loser Hängung gruppiert, die auf dem Rasen jeweils in Halbkreisform angeordnet, von stilisierten Gewehrläufen und von eindringender Flora, die sich invasiv ausbreitet, kommentiert. Auf einer Legenden-Stele und einer Info-Bild-Tafel dokumentieren Schülerarbeiten das breit angelegte immerwährende Thema.
Rainer Görß ist bekannt dafür, dass er den Leuten etwas zumutet. Ihn reizt das schwer Verdauliche, das Nachdenken, Widerspruch oder Zustimmung provoziert. Im Zusammenwirken mit Ania Rudolf und den Gymnasiasten entsteht eine mehrteilige Raum-Installation, die viele Fragen aufwirft und keine vorgefertigten Antworten bereithält. hs

Hans Scheib

Hans Scheib
Berlin und Brandenburg:

Hans Scheib

Lebt und arbeitet in Berlin und Brandenburg

VITA
1949
geboren in Potsdam, aufgewachsen in Berlin, Schriftsetzer-Lehre, Abitur, Wehrdienst
1971-76
Studium der Bildhauerei, Hochschule für Bildende Künste Dresden
ab 1976
freiberuflicher Bildhauer in Berlin / Ost
ab 1985
freiberuflicher Bildhauer in Berlin / West
1989
Kleinbronze HYPERION für den Carlo-Schmid-Preis, Carlo-Schmid-Stiftung Stuttgart
1995
Kunstförderpreis der Akademie der Künste, Berlin; 1.Preis beim Wettbewerb „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ mit Hella Rolfes, Christine Jackob-Marks und Reinhard Stangl (nicht realisiert)
ab 2001
Mitglied der Freien Akademie der Künste, Hamburg
2004
Studienaufenthalt in der Villa Romana, Florenz; Werkstatt in Kolchis, Tiblissi / Georgien
2005
Einladung zur 2. Internationalen Biennale Peking / China
2006
Projekt Pirosmanis Tisch, Tiblissi / Georgien und Jerewan / Armenien
2007
Visiting Artist im Oberlin College, Oberlin / Ohio
2008
Listros-Projekt in Addis Abbeba / Äthiopien
2010
Breakthrough-Projekt, USA, in Nashville, Aspen, Washington, San Antonio, Einladung zur 4.Internationale Biennale Peking, Kunstmesse Istanbul
2014
Egmont-Schaefer-Preis 2014, Berlin; Atelierumzug nach Berlin- Spandau

Io

farbig gefasst, Höhe: 240 cm

Für Hans Scheib ist die griechische Priesterin Io eine starke Symbolfigur für Flucht,  Vertreibung und Neubeginn. Die 240 cm hohe expressive Holzplastik ist grob behauen und farbig gefasst.

Io ist die Tochter des griechischen Flussgottes Inachos. Dieser ist ein Sohn von Gott Okeanos, dem Vater aller Flüsse und der Meeresgöttin Thetys war. Io wird bei Hera, der Gattin von Zeus, Priesterin. Von Zeus, dem Herrscher des Olymp, verführt, verwandelt die wütende Hera Io in eine Kuh, die sie vom hundertäugigen Ungeheuer Argos bewachen lässt. Von Gott Hermes, einem Sohn von Zeus befreit, lässt Hera Io daraufhin über viele Länder hinweg von einer Bremse jagen. Die qualvolle Flucht endet schließlich in Ägypten, wo die vom olympischen Göttervater schwangere Io ihr menschliche Gestalt zurück erhält. Sie entbindet den Sohn Epaphos und steigt zur Göttin Isis auf. Die von Zeus durch zahllose Liebschaften gedemütigte Hera lässt nun auch Epaphos rauben, der von seiner Mutter zurückgeholt und später König von Ägypten wird.

      Jost Löber

Jost Löber
Groß Pankow

Webseite: www.jost-loeber.de

Jost Löber

Lebt und arbeitet in 16928 Groß Pankow, OT Horst

VITA
1989 – 93
Studium an der Hochschule für Kunst und Design in Halle, Bereich Grafik
1993 – 97
Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, Bereich Freie Kunst
seit 1993
gemeinsam mit Katja Martin Aufbau eines Atelierhauses in Horst / Groß Pankow / Prignitz
seit 1995
Installation in der Landschaft
seit 1998
Mitglied im Verband bildender Künstler Brandenburg
seit 1999
Skulpturen aus Stahl für den Außenbereich
2005/06
Gründung der Künstlerkooperative atelier im grünen mit Katja Martin (Kommunikation zu künstlerischen Prozessen) Aufbau des Skulpturengartens in Horst / Groß Pankow / Prignitz
2011/12
Kunst- und Forschungsprojekt des Thünen-Instituts Mecklenburg-Vorpommern und der Fluss e. V. Perleberg
2013-14
Projektarbeit an Schulen zur Gestaltung von Schul- und öffentlichen Räumen
2016-17
Teilnahme an d.art – didaktische Weiterbildung für Künstler / Uni Potsdam
2017
Kunsttandem „Unser Perleberg“ mit Gymnasiasten und Geflüchteten

 

Offene Arme

Die Offenen Arme sind mit einem eher kunstfremden Alltagsmaterial „gemalt“. Der Feuerwehrschlauch kommt aus dem eher kunstfernen Bereich des Rettungswesens. Ein Paar Arme und ausgestreckte Hände – einfach wie ein Emoji. Offene Arme will zu dem im Thema angefragten Feindbild etwas hinzufügen, ein mit mehreren Schichten angelegtes Freundbild. Die damit bezogene Installation aus Stahlrohr, baut auf der geometrischen Form des Halbkreises von 12 Metern Durchmesser auf. Sie liegt auf der Wiese am Uferweg und schreibt eine raumbildende Zeichnung in die Umgebung. Der solcherart gegliederte Raum lädt zum Betreten ein, wobei sich dem Besucher eine weitere Ebene der Vollendung anbietet. In diesem Raum können die Besucher sich selbst in die Position eines „Subjektes mit den offenen Armen“ versetzen und in die Welt schauen.  Jost Löber, März 2020

 

      Catrin Große

Catrin Große, Diplom-Malerin
Doberlug-Kirchhain
Webseite: www.catrin-grosse.de

Catrin Große

Lebt und arbeitet in Doberlug-Kirchhain

VITA
1991-93
Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Diplom-malerin/Grafikerin, Meisterschülerin
1994-95
postgraduales Studium Druckgrafik am Royal College of Art, London, Entwicklung der Ambossdrucktechnik
seit 1995
freischaffend als Grafikerin/Plastikerin
seit 1998
Metallskulpturen, Druckgrafik in der eigenen Werkstatt
seit 2002
Honorartätigkeit: Kreativtechniken, Entwicklung von Angeboten für die Erweiterung des Kunstunterrichts und die Integration künstlerisch-ästhetischer Prozesse in den Lernprozess: fächerübergreifend (ARTuS!-Projekt), Weiterbildung für KunsterzieherInnen
2004-07
filmische Projekte
2007
internationales Druckgrafikprojekt in Wrexham, Wales mit Vorträgen und Workshops am Yale College und der Wales University of Art
2013
Zusammenarbeit mit Chris Bird-Jones (Glaskünstlerin, Wales)
2013-14
Gestaltung von Atelier und Skulpturengarten Doberlug als Veranstaltungsort
2019
Weiterbildung für Lehrer und Glasfachleute am Bildwerk Frauenau

 

Unter anderen Umständen

Unter anderen Umständen bezieht sich auf Verlusterfahrungen, die besonders in Kriegszeiten und unmittelbar danach Leben und Alltag vieler Menschen bestimmen. Bei Catrin Große ist es Im konkreten Fall die bedrohte Mutter-Kind-Bindung. Beide Figuren sind anwesend, nur eben unter anderen Umständen als üblich. So, wie eine enge Bindung auch nach Trennung oder Verlust weiterhin besteht. Mit der am mittleren Blindfenster der Chorfassade der Kulturkirche angebrachten Messing-Bronze-Plastik greift Catrin Große eines der ältesten und wichtigsten Motive der Kunstgeschichte überhaupt auf. Frei von Klischees und entfernt von Instinkthaft-Mütterlichem erweisen sich ihre Figuren als von Emotionen und Tiefgang gleichermaßen Gezeichnete, die in reduziertem Ausdruck Melancholie und In-sich-gekehrt-sein verkörpern.

 

 

 

 

 

Unter anderen Umständen
Messingbronze im Wachsausschmelzverfahren
Maße: Höhe ca. 150 cm, Breite ca. 44 cm


gefördert vom:

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