Veranstalter:
Logo Landkreis Dahme-Spreewald

gefördert vom:
Logo Land Brandenburg
Logo Kulturland Brandenburg

 

 

Logo-Spektrale10, Kunstausstellung des Landkreises Dahme-Spreewald

WAS DER BAUER NICHT KENNT, …!

15. Mai bis 11. September 2022

Schülerprojekte


mit dem Bohnstedt-Gymnasium und

der Rosa-Luxemburg-Grundschule in Luckau

Sebastian Franzka, bildender Künstler, Betreiber einer Bio-Landwirtschaft und erfahren in der kulturpädagogischen Arbeit wird im Verbund mit Herbert Schirmer, Kurator der spektrale 10-2022 und mit Lehrern und Schülern gemeinsam Projekte zur Kulturgeschichte des Essens erarbeiten.

Schulprojekt 1: Essen aus dem Picknick-Korb nach einem Ausflug in die Natur

  • Das Picknick ist spätestens seit dem 18. Jahrhundert bekannte und sehr beliebte Form der gemeinsamen Mahlzeit im Freien. Seitdem hat es sich in allen europäischen Ländern und Gesellschaftsschichten ausgebreitet.

Details »

Die Picknick-Körbe werden tags zuvor gepackt und am Tag der Wanderung mit einem Fahrzeug an das Ausflugsziel gebracht. Es gehört zu den Wesenzügen des Picknickens, dass jeder Teilnehmer gebeten wird, in Abstimmung etwas zum gemeinsamen Mahl im Freien beizusteuern. Einem gewissen Standard entsprechend, sollte die Proviant-Liste enthalten: Fingerfood, darunter rohes Obst und rohes oder vorgegartes Gemüse, Sandwiches, hart gekochte Eier, roher Schinken, trockene Kuchen, Muffins, Müslikekse und Vollkornkräcker und/oder Spieße aus gebratenem Fleisch und Gemüse sowie Gurken und Tomaten. Ein Getränketank für Zitronentee gehört ebenso dazu wie Laken als Unterlage für das Speisen im Grünen. Unterwegs werden Wald und Feld erkundet und die modernen Gefährdungen wie Wassermangel, fehlende Raingrenzen, Vogelsterben und die  Auswirkungen auf die Schädlingsbekämpfung thematisiert.

Nach dem Essen erfolgen Informationen zur Geschichte und Verbreitung des Picknicks wie Anstöße zu dessen Wiederbelebung.

Schulprojekt 2: Sonntagsbraten oder Imbissstand?

  • Der Braten gehörte bis weit in die 1960er zum Sonntag dazu. Nach sechs weitgehend fleischlosen Wochentagen krönte er das wochenendliche Festmahl. Als spießig und provinziell verschrien, geriet der Sonntagsbraten aus der Mode, wurde durch allerlei rasch zubereitetes Kurzgebratene für kleiner werdende Familien ersetzt. Dabei steht der Sonntagsbraten für „die Familiengemeinschaft, die am Tisch zusammenkommt, und war schon früher nicht nur ein kulinarischer sondern auch ein sozialer Wochenhöhepunkt“ (Dr. Thomas Ellrott, Ernährungspsychologe)
Details »

Gemeinsames Essen füllt nicht nur den Bauch, es macht auch psychisch satt und nährt den Familienzusammenhalt. Gerade Letzteres nimmt kontinuierlich ab, obwohl das Bedürfnis danach tief im Menschen verwurzelt ist. Das gemeinsame Essen bietet Raum für Austausch und Gespräche. Seit den 1990er Jahren, als das neu formierte Land Brandenburg von Imbissständen geradezu überzogen wurde, hat sich die Tischkultur zur vernachlässigenden Nebensache entwickelt. Pommes, Pizza oder Brezel kann man notfalls im Laufen verzehren. Mit dem Erstellen eines Sonntagsbratens in der Schulküche und dem gemeinsamen Verzehr am gedeckten Tisch soll ein Comeback desselben befördert werden, ohne Burger, Fish and Chips oder Coffee to go zu verdammen. Vielmehr geht es um die friedliche Koexistenz zwischen Fast food, Street food und dem von Starköchen neuerlich ins Gespräch gebrachten Sonntagsbraten mit seinen sozialen Vorzügen.

Schulprojekt 3: Essen mit Freunden

 

Details »

Gemeinsames Essen füllt nicht nur den Bauch, es macht auch psychisch satt und nährt den Familienzusammenhalt. Gerade Letzteres nimmt kontinuierlich ab, obwohl das Bedürfnis danach tief im Menschen verwurzelt ist. Das gemeinsame Essen bietet Raum für Austausch und Gespräche. Seit den 1990er Jahren, als das neu formierte Land Brandenburg von Imbissständen geradezu überzogen wurde, hat sich die Tischkultur zur vernachlässigenden Nebensache entwickelt. Pommes, Pizza oder Brezel kann man notfalls im Laufen verzehren. Mit dem Erstellen eines Sonntagsbratens in der Schulküche und dem gemeinsamen Verzehr am gedeckten Tisch soll ein Comeback desselben befördert werden, ohne Burger, Fish and Chips oder Coffee to go zu verdammen. Vielmehr geht es um die friedliche Koexistenz zwischen Fast food, Street food und dem von Starköchen neuerlich ins Gespräch gebrachten Sonntagsbraten mit seinen sozialen Vorzügen.

Schulprojekt 4 Bohnstedt-Gymnasium: Ein Ausflug in die Kulturgeschichte des Essens

Ausgangspunkt für das Projekt ist die revolutionäre Umgestaltung der  Landwirtschaft in Preußen im frühen 19. Jahrhundert. Besondere Aufmerksamkeit erfahren mit Albrecht Daniel Thaer, Johann Gottlieb Koppe und der Frau von Friedland jene Landwirtschaftsreformer, die sich im europäischen Kontext einer weitreichenden Umgestaltung und Modernisierung von Ackerbau, Tierzucht, industriell geprägten Verarbeitungstechnologien sowie der Forstwirtschaft  in Preußen verdient gemacht haben.  Unmittelbar damit verbunden war die Mechanisierung der Feldbearbeitung durch Einsatz von dampfgetriebenen Maschinen sowie die Zuckergewinnung aus Rüben, der Einführung der Kartoffel als Grundnahrungsmittel,  Umstellung auf Stalltierhaltung und neue Methoden, Schafe als Wollespender und Fleischlieferanten zu züchten.

 

Details »

Als politische bedeutsame Reformer suchten Freiherr von und zum Stein und Carl August Fürst Hardenberg das rückständige Preußen an die westeuropäische Entwicklung anzubinden. Damit ermöglichten sie die Umgestaltung der frühneuzeitlichen Gesellschaft an der Schwelle zur industriellen Revolution und die Entwicklung eines modernen Staates. Ohne sie wären Demokratie, Industrialisierung, Mobilität oder ein moderner Lebensstil undenkbar.
In Anlehnung an Albrecht Daniel Thaer machte sich der 1782 in Beesdau bei Luckau geborene Johann Gottlieb Koppe als Agronom, Reformer und Geschäftsmann über die Grenzen Brandenburgs einen Namen. In Wollup errichtete Koppe 1827 eine an englischen Vorbildern geschulte Musterökonomie und stellte die bis dahin gültige Dreifelderwirtschaft auf Schlag- und Fruchtwechsel um. Durch die enge Verbindung zur Industrie und die dampfmaschinengesteuerten Gerätschaften und Apparaturen konnte er den Ausbau von Brennereien, Zucker- und Stärkefabriken vorantreiben.
Auf den Spuren von Koppe und dessen reformerischen Ideen werden SchülerInnen des Bohnstedt-Gymnasiums in Luckau sich mit der gegenwärtigen Situation der Land- und Forstwirtschaft kritisch auseinandersetzen und sich mit Ideen und Vorschläge, gern auch mit künstlerischen Mitteln, konstruktiv in den öffentlichen Diskurs einmischen.

Die Projektleitung liegt bei dem in Jugendarbeit erfahrenen bildenden Künstler Micha Brendel, der zu dem in Hohendorf / Steinreich im LDS eine Bio-Landwirtschaft im Kleinen betreibt.

Stichpunkte:
– Verfestigung der Bodenstruktur durch maschinelle Bearbeitung
– Bio-Landwirtschaft versus konventionelle Landwirtschaft
– Bedrohter Wasserhaushalt
– Einsatz von Pestiziden / Rolle der Insekten
– Monokulturen
– industrielle Mast
– künstliche Bewässerung im Ackerbau, Klimawandel
– naturnaher Waldumbau
– industriell geprägte Landwirtschaft und steigender Ernährungsbedarf
– Subventionspolitik der BRD/ EU für Landwirtschaft
– Ansätze von Eigenversorgung nötig und möglich?

Die SchülerInnensind eingeladen,gemeinsam mit dem Revierförster Olrig Pörtner und Micha Brendel eine Exkursion in die waldreichen Gebiete in Steinreich zu unternehmen.
Anhand ausgesuchter Gebiete z.B. NSG Wacholderschluchten Hohendorf, Flächen im naturnahen Waldumbau aber auch weitläufiger Kiefermonokulturen soll die Bedeutung und Vielgestaltigkeit des Naturraumes Wald vor Ort erfahren werden.
Während der Wanderung durch unterschiedliche geomorphologische und vegetative Gebiete erfahren die Schüler die unter bestimmten konkreten Bedingungen entstandenen Ausprägungen und Anpassungen der Waldvegetation, aber auch allgemeine kultur-geschichtliche und literarische Reflexionen zu Wald und Mensch.
Dabei können sie ihre ganz persönliche Haltung oder Erlebnisse im Zusammenhang mit Wald schildern. Die SchülerInnen erfahren, wie die unterschiedlichen menschlichen Bedürfnisse die an den Wald gestellt werden, diesen immer wieder verändert und umgestaltet haben, so dass heute die Wörter Wald und Forst synonym verwendet werden.
Dass dabei auch widerstreitende Entwicklungen und Gegensätze durch die Jahrhunderte entstanden sind und weiter bestehen werden, soll im Gespräch nicht verschwiegen werden. Im Gegenteil: anhand der Bewusstmachung unterschiedlicher privater und gesellschaftlicher Interessen wird die Komplexität Wald verdeutlicht. Forstwirtschaftliche, energetische und jagdliche Nutzung, Erhaltung des Lebensraumes für Tiere und Pflanzen, Erholungsraum und vor allem Sauerstofflieferant sind einige Aspekte, die dabei besprochen werden.
Ein wichtiger Akzent wird auf die zunehmende Bedeutung des Waldes als Wasserspeicher in Zeiten des Klimawandels gelegt und auf die Versuche des Menschen, die klimatischen Veränderungen durch naturnahen Waldumbau und Artenersatz der Vegetation abzufedern. Für die unbedingte Verantwortung und Notwendigkeit, den Wald langfristig zu erhalten, gar zu erweitern, sollen den Schülern sensibilisiert werden.
Ein kleines Picknick mit musikalischen Konserven zum Waldthema oder eine Lesung aus Peter Wohllebens Büchern runden den Ausflug im Wald ab.
Während der Exkursion werden Fotos, Videos, Statements und weitere Aufzeichnungs-formen nach Ideen der SchülerInnen entstehen, die sie im Nachgang in eine Art ästhetisches Informations- und Aufmerksamkeitsboard für den Schulbereich einfließen lassen.
Die inhaltliche und formale Gestaltung bis hin zur Auswahl der geeigneten Medien
entsteht im engen Austausch mit den Schülerinnen, die daran auch bestimmte Informationsstrategien und Kommunikationsformen schulen können.

Dauer Veranstaltung Wald: 3-4 Stunden plus ausführlicher Nacharbeit und Dokumentation
Micha Brendel, bildender Künstler, Projektleiter

gefördert vom:

Logo Landkreis Dahme-Spreewald

CzechEnglishGermanPolishRussian